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Jugendbeteiligung in Reichenbach gestartet

25.07.2019

Kinder- und Jugendring Sachsen unterstützt Reichenbach bei der Umsetzung In Reichenbach sollen Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Stadt mitreden.

Dazu hat sich die Kommune beim Kinder- und Jugendring Sachsen für das Projekt „Jugendgerechtigkeit als Standortfaktor“ beworben und gemeinsam mit drei anderen Städten (Auerbach, Zwönitz und Pirna) den Zuschlag zur Begleitung bis Ende 2020 erhalten.

Ziel ist es, eine passende Form der Jugendbeteiligung für Reichenbach zu finden.
Daher geht es zunächst darum herauszufinden, welche Ressourcen bereits zur Verfügung stehen und was überhaupt umsetzbar ist.
„Die Jugendbeteiligung braucht verlässliche Ansprechpartner, Geduld aber auch Experimentierfreude", erklärte Julia Franke vom Kinder- und Jugendring Sachsen. Sie wird den Prozess als Moderatorin begleiten und alle Interessierten an einen Tisch bringen.
Als Ergebnis wünscht sich Oberbürgermeister Raphael Kürzinger, „dass junge Menschen sagen können, wir werden gehört und merken, dass sich Engagement in Reichenbach lohnt. Denn gerade die kommunale Demokratie lebt vom aktiven Mitmachen“.  

Das Auftakttreffen  

Am 26. Juni 2019 fand im Reichenbacher Rathaus das Auftakttreffen statt.
Eingeladen waren Akteure, für die das Thema Jugendbeteiligung relevant ist, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten.
Das waren beispielsweise Vertreter von Sport- und Kulturvereinen, Vertreter der Jugendfeuerwehr, des Vereins für offene Jugendarbeit, der Kirchen, der Schulen und der Verwaltung.
Rico Riedel, Projektleiter von „Jugendgerechtigkeit als Standortfaktor“ erklärte die Hintergründe des Projektes und welche Erfahrungen in den teilnehmenden Kommunen der letzten Jahre gesammelt wurden. „Wichtig ist es, mit allen Ebenen zusammen zu arbeiten: Politik, Verwaltung, Jugendarbeiter*innen und den Jugendlichen selbst.
Wie genau Jugendbeteiligung in Reichenbach aussehen kann, muss mit allen gemeinsam erarbeitet und entwickelt werden.“
Hierfür sieht der Prozess drei Phasen vor: „Die Konzeption, die Umsetzung eines Projektes und die Nachbereitung dessen, was ausprobiert wurde“ erläuterte Julia Franke und lud alle Interessenten ein, sich zu einer Steuer- und Entwicklungsgruppe zusammen zu finden.
Diese wird sich im nächsten Schritt ab August um die Umsetzung eines Beteiligungsprojektes und die Einbeziehung der Jugendlichen kümmern. „Das herausfordernde am Thema Jugendbeteiligung ist“, sagt die 36jährige Sozialpädagogin: „dass sie immer wieder neu gedacht werden muss.
Nur eine Form, z.B. ein Jugendparlament, anzubieten, funktioniert auf Dauer nicht. Jugendbeteiligung muss strukturell langfristig angelegt sein. Die Jugendlichen werden aber immer wieder andere sein und andere Formate brauchen.“ Daher wird es auch darum gehen, verlässliche Ansprechpartner und jugendgerechte Kommunikationswege aufzubauen, damit junge Menschen in Reichenbach noch besser wissen, wie genau sie sich engagieren können.  

Formen von Jugendbeteiligung in Reichenbach  

Das erste Projekt, bei dem Jugendliche in die Gestaltung einbezogen wurden, war die Bolzplatzumgestaltung am Dathehain 2017.

Gab es hier noch eine etwas zögerliche Beteiligung, stieg diese enorm bei der Beteiligung der Schülerinnen und Schüler für die Gestaltung des Multifunktionsplatzes an der Dittesschule im vergangenen Jahr.
Hier glänzten die Kinder mit tollen Ideen und Entwürfen, die konkrete Anforderungen an die bauliche Umsetzung ergaben.
Den Vergabebeschluss fasste der Stadtrat in seiner Sitzung am 22. Juli 2019.  

Dieses Vorgehen, das in der Umsetzung immer wieder eine spannende Herausforderung darstellt, gibt die Sächsische Gemeindeordnung vor. Im Paragraph 47a heißt es: "Die Gemeinde soll bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen. Hierzu soll die Gemeinde geeignete Verfahren entwickeln und durchführen."
Hier ist Reichenbach auf einem guten Weg.