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Stadt bereitet Grundsatzbeschluss zur Vorbereitung der Gründung eines kommunalen medizinischen Versorgungszentrums vor

23.02.2018

Für die Sitzung des Stadtrates am 5. März wird der Grundsatzbeschluss zur Vorbereitung der Gründung eines kommunalen medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) vorbereitet.

Damit soll der Oberbürgermeister beauftragt werden, die Gründung eines kommunalen medizinischen Versorgungszentrums für Hausärzte vorzubereiten.
Außerdem soll der Oberbürgermeister bevollmächtigt und beauftragt werden, alle erforderlichen Sachverhalte im Hinblick auf die Gründung eines kommunalen MVZ zu prüfen.  

Dieser Auftrag ergibt sich daraus, dass die medizinische Versorgungslage, insbesondere im Hausarztbereich, in Reichenbach nach wie vor sehr angespannt ist. Mit einem Versorgungsgrad von etwa 82 Prozent hat sich die Lage gegenüber Anfang 2017 nicht verbessert.
Noch immer sind mehrere förderfähige Hausarztstellen unbesetzt. Zusätzlich bereitet der hohe Altersdurchschnitt der ansässigen Ärzteschaft für die Zukunft Probleme.

Im vergangenen Jahr wurden daher konkrete Pläne verfolgt, ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) sowohl für Haus- als auch für Fachärzte in den Räumlichkeiten des Neubaus des Wohn- und Geschäftshauses am Solbrigplatz zu etablieren.
Die Vorzugsvariante war stets, eine Betreibung durch einen privaten Investor zu realisieren.
Diesbezügliche Gespräche gerieten ins Stocken.
Insbesondere die Paracelsus-Insolvenz verschärft die Lage noch dadurch, dass aufgrund dieser entstandenen Unsicherheit Ärzte und Angestellte des Reichenbacher Krankenhauses nach neuen Beschäftigungen suchen. Es besteht die Befürchtung, dass entgegen der Beteuerungen der Krankenhausleitung ein Personalabfluss entsteht, der schwer umkehrbar werden könnte.  

Um die Situation vor Ort nachhaltig zu verbessern, soll der Oberbürgermeister vom Stadtrat beauftragt werden, zu prüfen, ob die Kommune selbst ein Hausarzt-MVZ etablieren kann.
Dazu wurden bereits erste Vorgespräche geführt.
Es ist zunächst vorgesehen, bis zu drei Hausärzte zu beschäftigen. Dabei könnten als Ergänzung zu Neuansiedlungen auch Bestandsärzte einbezogen werden.  

Durch das Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Versorgungsstärkungsgesetz – GKV-VSG) im Sommer 2015, wurde es kommunalen Trägern deutlich vereinfacht, eigene Einrichtungen zur unmittelbaren medizinischen Versorgung zu betreiben.
Das Gesetz lässt unterschiedliche Rechtsformen zu. Die für das Vorhaben günstigste Rechtsform ist im Laufe des Prozesses, auch hinsichtlich möglicher Partner, noch abzuklären.
Weiterhin enthält der Beschlussvorschlag den Auftrag, die erforderlichen Investitionskosten sowie Fördermöglichkeiten zu ermitteln.