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Revolution und Demokratie in Reichenbach

01.10.2019

In Reichenbach feiern seit 1991 alljährlich zum Tag der deutschen Einheit mehrere tausend Menschen ein buntes Bürgerfest. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der politischen Wende soll der Ursprung des Festes stärker betont werden.
Dazu werden verschiedene Angebote am und um den 03. Oktober 2019 herum gebündelt.
Mit Gedenkveranstaltung, Zeitzeugen-Gesprächen, thematisch passenden Filmen, Ausstellungen und moderner Demokratievermittlung soll das historische Thema der Wendezeit zum Ausgangspunkt einer intensiven Beschäftigung mit der heutigen, eigenen Demokratie anregen.  

Was die Besucher erwartet  

Bürgerfest, 3. Oktober 2019  

10:45 Uhr, Bühne Postplatz - Zeitzeugen-Gesprächsrunde über die Wendezeit 1989/90  

Die Herausforderungen der Runden Tische in Reichenbach sollen durch Zeitzeugen in einer moderierten Podiumsdiskussion auf der Bühne auf dem Postplatz vermittelt werden. Hierzu konnten Akteure der Wendezeit gewonnen werden.
Gesprächspartner sind: Gerd Stemmler, Mitglied des Neuen Forums, u. a. an der Besetzung der Stasi-Zentrale in Reichenbach im Dezember 1989 beteiligt. Pfarrer i.R. Gotthold Lange, Schirmherr der Friedensgebete, Ehrenbürger Reichenbachs. Sigrid Mann, am Runden Tisch für den Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD) vertreten. In den 1990er Jahren Stadträtin für die PDS. Emmi Labisch, CDU-Mitglied, an Runden Tischen beteiligt.  
Moderiert wird die Gesprächsrunde von Ruben Enxing von der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.    

13:00 Uhr, Oberer Bahnhof - Feierstunde – „Züge in die Freiheit“

Gestaltet mit Schülern des Goethe-Gymnasiums und Zeitzeugen der Zugdurchfahrten vom Herbst 1989.

Während der Feierstunde im Reichenbacher Bahnhof soll den ersten Protesten und Verhaftungen in der Stadt gedacht werden, die aufgrund der Zugdurchfahrten der Prager Botschaftsflüchtlinge hier stattfanden. Dabei schildern Zeitzeugen ihre Erlebnisse. Schüler des Goethe-Gymnasiums interviewen sie dazu.  

Die Veranstaltung wird unter Federführung von Stephan Hösl MdL vorbereitet und von der Stadtverwaltung Reichenbach unterstützt. 
Gäste sind u.a. Landrat Rolf Keil und Oberbürgermeister Raphael Kürzinger.

17:00 Uhr, Ratssaal - Film: Doku-Drama „Zug in die Freiheit“, Dokumentarfilm Deutschland 2014, Lauflänge: ca. 90 Minuten  

„Ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ..." Der Rest der Rede des Bundesministers des Auswärtigen, Hans Dietrich Genscher, geht am 30. September 1989 im Jubel der Menge im Garten des Palais Lobkowicz der Prager bundesdeutschen Botschaft in der CSSR unter.
Hans Dietrich Genscher kam direkt von der UNO aus New York, wo er gemeinsam mit dem Außenminister der UdSSR, Eduard Schewardnadse, und dem Regime der DDR eine humanitäre Lösung des nicht mehr ertragbaren Flüchtlingsproblems abgetrotzt hatte.
"Zug in die Freiheit" erzählt, was nach der Rede Genschers geschah.    

10:00 bis 19:00 Uhr, Marktplatz Demokratiestände mit:
- WahlFUN, des Politik zum Anfassen e.V.
Unabhängig und überparteilich werden mit Spaß und Spiel für Jung und Alt demokratische Prozesse erlebnisreich und spielerisch vermittelt

- Café Hoffnung, der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen
bei einem Café wollen wir über Politik und Gesellschaft ins Gespräch kommen

10:30 bis 18:00 Uhr, Trinitatiskirche „Wir sind ein Volk!“ - Ausstellung zu 30 Jahren friedliche Revolution in Reichenbach  

Die Ausstellung wurde vom Stadtarchiv Reichenbach im Vogtland anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Friedliche Revolution“ im Jahr 2014 erarbeitet.
Sie ist eine Dokumentation über die Zeit der „Wende“  1989/1990 in Reichenbach. Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungen wird sie erneut am 3. Oktober in der Peter-Paul-Kirche gezeigt.  

30. September bis 14. Oktober 2019, Rathaus „Die Deutschland-Caricade“ – Glückwunsch, Deutschland!

Ausstellung mit 70 Karikaturen aus 70 deutschen Jahren  
Das Ergebnis der Friedlichen Revolution von 1989 war der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990. Die Ausstellung „Deutschland Caricade“ nimmt den Betrachter mit auf eine zeitgeschichtliche Reise durch die jüngere Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis heute. Sie ermöglicht eine Einordnung der „Wende“ in den Gesamtkontext der zurückliegenden, 70-jährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Dafür bedient sie sich der Karikatur, die die Akteure auf der öffentlichen Bühne in den Mittelpunkt der Ereignisse stellt.
Mit der Ausstellung, werden die zurückliegenden sieben deutschen Jahrzehnte im (Zerr-)Spiegel der Karikatur präsentiert und werden Erfolge und Schattenseiten der Geschichte unserer Demokratie lebendig. Weder Adenauer, Erhard, Ulbricht und Brandt, noch Schmidt, Honecker, Kohl, Schröder oder Merkel werden geschont. Auch Präsidenten, Wirtschaftsbosse und Kirchenfürsten bekommen „ihr Fett weg“.

Die Maßnahmen werden mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.  

Gefördert durch: Freistaat Sachsen, Förderrichtlinie "Revolution und Demokratie"

Ausblick

Weitere Veranstaltungen zum Wendejubiläum 2019/20 in Reichenbach im Vogtland  

8. Oktober 2019, 19:00 Uhr, Jürgen-Fuchs-Bibliothek -„Aufbrüche“

Film über die Ereignisse von 1989 im Vogtland Vorführung und Diskussionsmöglichkeit mit den Produzenten Eintritt frei  

15. Oktober 2019, 19:00 Uhr, Jürgen-Fuchs-Bibliothek - „Herbstjahr“

Autorenlesung aus dem Debütroman von Ralph Grünberger
Eintritt frei  

9. November 2019, 18:00 Uhr, Stadtkirche Mylau - Festkonzert der Vogtland-Philharmonie Greiz-Reichenbach zum 30. Jahrestag des Mauerfalls
Karten erhältlich an den bekannten Vorverkaufsstellen  

3. Februar bis 28. März 2020, Rathaus „Die Macht der Gefühle“ - Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung im Rathausfoyer
Eintritt frei  

Februar 2020, Altes Wasserwerk „Ostdeutschland verstehen“

Autorenlesung und Diskussion mit dem Journalisten Christian Gesellmann
Eintritt frei -Datum und Uhrzeit werden noch bekanntgegeben-  

April 2020 „Reichenbach im Wandel der Zeit - 30 Jahre Stadtentwicklung“

Details zu Datum und Ort werden noch bekanntgegeben.  

28. September bis 21. November 2020, Rathaus „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“

Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung im Rathausfoyer

Eintritt frei     - Änderungen vorbehalten -