Informationen zu Förderprogrammen für Selbstständige und Unternehmen

Trotz weitgehender Lockerungen ist der Geschäftsbetrieb vieler Unternehmen immer noch eingeschränkt. Insbesondere Unternehmen der Veranstaltungsbranche, des Übernachtungsgewerbe sowie Reisebüros und Reisebusunternehmen sind noch stark betroffen.
Gleichzeitig entstehen für die Unternehmen durch eingeschränkte Kapazitäten und höhere Hygienemaßnahmen erhöhte Kosten.
Daher hat die Bundesregierung eine Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen beschlossen, die (un-)mittelbar von den Auflagen und Schließungen betroffen sind, um deren wirtschaftliche Existenz zu sichern.
Sie gilt für die Monate Juni bis August 2020.  

Wer ist antragsberechtigt?

-Unternehmen die sich für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifiziert sind und in Folge der Corona-Krise ihre Tätigkeit wesentlich oder vollständig eingestellt haben.
-Soloselbstständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb -gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind

Wesentliche oder vollständige Einstellung der Geschäftstätigkeit ist erreicht wenn:

Umsatz von April und Mai 2020 ist zusammen mindestens 60%, als der Umsatz von April und Mai 2019.
Der Antragsteller darf sich am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in Schwierigkeiten befunden haben.
Öffentliche Unternehmen sind von der Förderung ausgeschlossen.
Die Zuschüsse sind zurückzuzahlen, sollte das Unternehmen nicht bis August 2020 fortgeführt werden.
Eine Auszahlung der Zuschüsse an Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder die Insolvenz angemeldet haben, ist ausgeschlossen.  

Die Antragsfrist endet am 31.08.2020 und die Auszahlungsfrist am 30.11.2020.  

Förderfähige Kosten

-Mieten und Pachten
-Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
-Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
-Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung
-Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
-Grundsteuer
-betriebliche Lizenzgebühren
-Versicherungen, Abonnements, und andere feste Ausgaben
-Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, die für die Beantragung der Überbrückungshilfe anfielen
-Kosten für Auszubildende
-Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht vom Kurzarbeitergeld erfasst werden, werden in Höhe von 10% der restlichen genannten Fixkosten gefördert
-Provisionen, die Reisebüros den Reiseveranstaltern zurückerstattet haben  

Art der Förderung und Berechnung der Förderhöhe

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von
• 80 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch,
• 50 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50 % und 70 %
• 40 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 40 % und unter 50 % im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat. Liegt der Umsatz bei mind. 60% des Vorjahresmonats entfällt die Förderung für diesen Monat.

Die maximale Förderung beträgt 150.000 Euro für drei Monate.
Bei bis zu fünf Beschäftigen max. 9.000 Euro und bei bis zu zehn Beschäftigten max. 15.000 Euro. Ausnahmen sind möglich.  

Der Nachweis des anspruchsbegründenden Umsatzeinbruchs und der erstattungsfähigen Fixkosten erfolgt in einem zweistufigen Verfahren.
1. Stufe: bei der Antragstellung wird eine Abschätzung ihres Umsatzes im April und Mai 2020 sowie eine Prognose für den Förderzeitraum ab. Außerdem geben sie eine Abschätzung der erwarteten Fixkosten an, die erstattet werden sollen.
Das Antragsverfahren wird durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer durchgeführt. Dieser übermittelt auch alles an die Bewilligungsstellen.
2. Bei Vorliegen der endgültigen Umsatzzahlen über den tatsächlich entstandenen Umsatzeinbruch, sowie die Fixkosten, im April und Mai 2020 werden diese durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer an die Bewilligungsstellen der Länder übermittelt.
Ergeben sich daraus Abweichungen von der Umsatzprognose, sind zu viel gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen bzw. werden nachträglich aufgestockt.

Die Antragsplattform ist nun online. Die Registrierung ist ab sofort möglich. Anträge können ab dem 10. Juli gestellt werden. Die Antragsbearbeitung erfolgt in den Bewilligungsstellen der Länder. Bewilligungen können ab dem 20. Juli und Auszahlungen ab dem 24. Juli erfolgen.

Zur Regelung "Eckpunkte der Überbrückungshilfe"
Link zur Seite mit Informationen und zur Beantragung
FAQs zur Corona-Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

 

 

Für Gewerbetreibende und Unternehmen

Gewerbetreibende und Wirtschaftsunternehmen stehen im Rahmen der Corona-Krise vor teils großen Herausforderungen.
Die Wirtschaftsförderung der Stadt Reichenbach beantwortet auch in dieser Situation Fragen der Unternehmer*innen in Reichenbach.

Kontaktieren Sie uns gern telefonisch oder per E-Mail. 

Übersicht zu den einzelnen Maßnahmen

Um den wirtschaftlichen Einschnitten und Folgen der Coranakrise möglichst schnell entgegenzuwirken haben Bund und Länder umfassende Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet.

Unten aufgeführt finden Sie eine Übersicht zu den einzelnen Maßnahmen sowie eine Verlinkung zu weiteren Informationen. Voraussetzung für alle Maßnahmen ist, dass die beantragten Hilfen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Coronakrise stehen.    

Nicht rückzahlbarer Zuschuss

Kleine Unternehmen, Selbständige und Freiberufler können einmalig für drei Monate unbürokratische Soforthilfe in Form von Zuschüssen zu Betriebskosten gewährt bekommen.
Dieser Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden.
Selbständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten erhalten bis zu 9.000 Euro,
Selbständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten erhalten bis zu 15.000 Euro. 

Antrags- und Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB).
Anträge können bis spätestens 31. Mai 2020 bei der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB) gestellt werden.
Zur SAB
direkt zum Antrag Soforthilfe-Zuschuss-Bund (ausfüllbar)
Vollzugshinweise für Soforthilfen
Datenschutzhinweise

Weiterhin sollen Selbstständige einen leichteren Zugang zur Grundsicherung erhalten um Lebensunterhalt und Unterkunft zu sichern.
Die Vermögensprüfung wird für sechs Monate ausgesetzt, Leistungen sollen sehr schnell ausgezahlt werden.
Weitere Infos

Kurzarbeitergeld

Ein Unternehmen mit Arbeitsausfall, der auf wirtschaftlichen Gründen im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie beruht, kann das Instrument des Kurzarbeitergeldes nutzen.
Durch diese Leistung werden Lohnausfälle bei (teilweiser) Nichtbeschäftigung ausgeglichen, Arbeitsplätze erhalten und Arbeitslosigkeit vermieden.
Das Kurzarbeitergeld wird für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bei unvermeidbarem und vorübergehendem Entgeltausfall, der auf wirtschaftlichen Ursachen oder einem unabwendbaren Ereignis (insbesondere Arbeitsausfall durch behördliche Maßnahmen zum Schutz vor Coronavirus) beruht, gezahlt.

Betriebliche Voraussetzung ist, dass der Betrieb mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat.
Das Kurzarbeitergeld muss vorher arbeitsrechtlich wirksam vereinbart werden. Dies erfolgt einzelvertraglich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder auf der Grundlage eines Tarifvertrages mit einer Betriebsvereinbarung und Zustimmung des Betriebsrates.

Die Kurzarbeit erfordert eine Anzeige des Arbeitsausfalls bei der Bundesanstalt für Arbeit durch den Arbeitgeber.
Erst danach kann es vom Betrieb beantragt werden. Die Bundesagentur für Arbeit  muss in jedem Einzelfall die Voraussetzungen prüfen.
Nähere Informationen zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes

"Sachsen hilft Sofort“

Einzelunternehmer (Solo-Selbstständige), Kleinstunternehmer und Freiberufler werden mit dem Soforthilfe-Darlehen „Sachsen hilft sofort“ unterstützt.
Voraussetzung ist, dass der Antragsteller zum 31. Dezember 2019 wirtschaftlich gesund war und für das laufende Geschäftsjahr aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise einen Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent prognostiziert wird.
Die Zuwendung wird als Projektförderung durch ein zinsloses, am Liquiditätsbedarf (weiterlaufende Betriebsausgaben) für zunächst vier Monate orientiertes Nachrang-Darlehen von mindestens 5.000 Euro und höchstens 50.000 Euro gewährt.
In Ausnahmefällen ist eine Aufstockung auf 100.000 Euro möglich.

Das Darlehen wird aus öffentlichen Mitteln des Freistaates Sachen direkt ausgezahlt.
Dabei funktioniert die Bewilligung ohne Hausbank und das Darlehen kann schnell und flexibel gegeben werden.
Weitere Informationen

Erstattung aufgrund Verdienstausfalls durch angeordnete Quarantäne

Sächsische Betriebe, Selbstständige und Freiberufler, die aufgrund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt werden, einem Tätigkeitsverbot unterliegen und dadurch einen Verdienstausfall erleiden, können über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen.
Bei Angestellten zahlt in der Regel der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt zunächst weiter. Dieser kann sich das Geld im Nachhinein von der Landesdirektion Sachsen auf Antrag erstatten lassen. 
Landesdirektion

Steuerliche Hilfen

Zur Verbesserung der Liquidität erhalten unmittelbar vom Coronavirus betroffene Unternehmen folgende steuerliche Hilfen:
-> Finanzbehörden gewähren Stundungen von Steuerschulden.
-> Steuervorauszahlungen können angepasst werden.
-> Auf Vollstreckungsmaßnahmen werden verzichtet.
Dazu ist der Kontakt zum zuständigen Finanzamt aufzunehmen.
Die Bundesregierung hat weitere Erleichterungen beispielsweise bei Abschreibungen schnellstmöglich in Aussicht gestellt. 
Bundesfinanzministerium

Kredite für Große Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler

Große Unternehmen können über einen vom Bund gegründeten Wirtschaftsstabilisierungsfonds mit großvolumigen Hilfen unterstützt werden.
Dieser enthält Hilfen für Kapitalmaßnahmen, Bürgschaften und für die Refinanzierung bereits beschlossener KfW-Programme. 

Die KfW-Bank stellt in großem Rahmen verschiedene Kreditprogramme für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler bereit.
Zugang zu den Krediten erhalten Sie über Ihre Hausbank. Bei Bedarf kann dort auch auf das Instrument von Bürgschaften zurückgegriffen werden.
Einen Überblick zu den verschiedenen Programmen erhalten Sie hier

Webinar für Unternehmen

Die Bundesagentur für Arbeit (BA), die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer Chemnitz (HWK), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB Südwestsachsen) und die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE) informieren gemeinsam und abgestimmt zu den Maßnahmen und Angeboten für Unternehmen, die aktuell von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Epidemie und den damit einhergehenden Präventivmaßnahmen betroffen sind.

Zu diesem Zweck stellen die Partner ein digitales Angebot bereit, auf dem Sie sich regelmäßig, interaktiv und live zu den bereits angelaufenen Unterstützungsangeboten wie bspw. den neuen Regelungen zum Kurzarbeitergeld, aber auch zu den sich weiter entwickelnden Angeboten informieren können.
Die wöchentlich live stattfindenden Veranstaltungen in Form eines Webinars werden aufgezeichnet und stehen im Anschluss dauerhaft zur Anschauen oder Nachhören bereit.
Zum Webinar