Prof. Fedor Alexis Flinzer
Künstler, Illustrator, Lehrer, Zeicheninspektor in Leipzig
geb. am 4. April 1832 in Reichenbach
gest. am 14. Juni 1911 in Leipzig
Flinzer zog achtjährig mit seinen Eltern nach Dresden und besuchte dort bereits mit 17 Jahren die Kunstakademie. Sein besonderes Interesse galt Natur- und Tierstudien. Gern beobachtete er spielende Kinder, um sie zu zeichnen. Pädagogisches Verständnis und Geschick veranlassten ihn, zur Reform des damaligen Zeichenunterrichts beizutragen. Ab 1859 wirkte er als Zeichenlehrer an einer Realschule in Chemnitz. Er unterrichtete seine Schüler im Freihandzeichnen und erzog zum bewussten Sehen. In seinem 1876 erschienenen „Lehrbuch des Zeichenunterrichts“ hat er diese Methode wissenschaftlich dargestellt. Er war Mitbegründer der „Kunsthütte“ und Mitglied der Chemnitzer Freimaurerloge.
Seine Erfolge und sein pädagogischer Ruf veranlassten den Leipziger Stadtrat, Flinzer nach Leipzig zu holen und 1873 als Inspektor für Zeichenunterricht einzustellen. Als Illustrator von rund 60 Kinder-, Tier- und Märchenbüchern hatte er großen Erfolg. Sein Markenzeichen wurden Illustrationen mit vermenschlichten Tieren („König Nobel“, „Der Thierstruwwelpeter“ u.a.). Flinzer ist auch als der „Sächsische Katzen-Raffael“ bekannt. 1895 erfolgte die Ernennung zum Profesor durch König Albert von Sachsen.
Anlässlich seines 75. Geburtstages wurde 1907 in Reichenbach die Straße Am Bahnhof in Fedor-Flinzer-Straße umbenannt.
