Dr. phil. Johannes Leipoldt
Historiker, Museumsdirektor, Museumspädagoge
geb. am 11. Juli 1900 in Frohburg
gest. am 5. April 1974 in Reichenbach
Nach dem Schulbesuch in Plauen studierte Leipoldt ab 1921 Geschichte, Germanistik und Geografie an der Universität Leipzig. Bereits während des Studiums schrieb er seine Dissertation zum Thema „Die Geschichte der ostdeutschen Kolonisation im Vogtland auf der Grundlage der Siedlungsformenforschung“. Nach kurzer Tätigkeit im Museum Hohenleuben-Reichenfels kam Leipoldt 1928 an das Sächsische Hauptstaatsarchiv in Dresden. Auf Grund seiner Bahn brechenden Forschungen zur Siedlungsgeschichte wurde er als Geschäftsführer der Zentralstelle für deutsche Flurnamenforschung berufen. Ab 1939 war er in Reichenbach als Leiter des Stadtarchivs, der Stadtbücherei und des Stadt- und Heimatmuseums tätig. Nach 1945 engagierte er sich im 1946 gegründeten Kulturbund. 1953 wurde Leipoldt zum Kreisdenkmalpfleger berufen und ab 1955 wirkte er als Vorsitzender der Kreiskommission der Natur- und Heimatfreunde. Nach dem Zusammenschluss der beiden Heimatmuseen Reichenbach und Mylau wurde Leipoldt 1956 Direktor des Kreismuseums Reichenbach mit Sitz auf der Burg Mylau, das er nach neuen museumspädagogischen Gesichtspunkten umgestaltete. Im ehemaligen Reichenbacher Museum entstand auf der Grundlage seiner theatergeschichtlichen Forschungen 1968 eine „Neuberin-Gedenkstätte“. In Broschüren und Zeitschriften veröffentlichte er mehr als 100 Titel, darunter zahlreiche regionalgeschichtliche Beiträge.
