Carl Bruno Weinhold
Lehrer, Schulreformer, Gründer der Webschule und Realschule
geb. am 10. Januar 1816 in Freiberg
gest. am 5. Juni 1871 in Reichenbach
Der Sohn eines armen Schuhmachers wurde auf Grund seiner Begabungen 1824 am Freiberger Gymnasium aufgenommen, das er 1833 mit der Obersekunda abschloss. 1834 wechselt er zum Lehrerseminar. Ein Jahr darauf legte Weinhold die Prüfung ab und ging an die Eusebiusschule in Freiberg und später nach Zwickau. Am 31. Mai 1838 wurde er als Oberlehrer an die Reichenbacher Mädchenschule berufen. Er ordnete den Unterricht an dieser Einrichtung neu und übernahm außerdem die 1830 gegründete Sonntagsschule. 1848 führte er praktische Übungen am Webstuhl und an der Jacquardmaschine ein, da er die Notwendigkeit einer besseren Berufsausbildung im Tuchmacher- und Weberhandwerk erkannte. Dies war die Geburtsstunde der Webschule in Reichenbach als Vorläuferin der späteren Textilingenieurschule. Die Ausbildung wird heute an der Westsächsischen Hochschule im Fachbereich Textil- und Ledertechnik fortgeführt. Im Jahr 1849 rief Weinhold zur Errichtung einer Realschule auf und begründete damit die höhere Schulbildung in der Stadt. Der Stadtrat ernannte ihn 1854 zum Direktor des städtischen Schulwesens und er wirkte unermüdlich bei der Reorganisation und Umgestaltung. Er trennte die Realschule von der Volksschule und führte den Fachunterricht ein. In den Oberklassen unterrichtete er Geografie, Deutsch und Geschichte. Sein persönlicher Einsatz führte 1868/69 zum Neubau der Altstadtschule.
Für seine Verdienste verlieh ihm die Stadt zum 25. Dienstjubiläum das Ehrenbürgerrecht. 1882 wurde eine Straße nach ihm benannt, an der die Weinholdschule steht, die 1874 als Realschule geweiht wurde. Vor dem Schulgebäude steht seit 1974 eine Büste Weinholds (Weihe 1899).
